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Ereignisbericht6. August 2026 · 2 Min.

Die 87-Prozent-Finsternis: Was am 12. August über Deutschland passiert

In sechs Tagen schiebt sich der Mond vor die Sonne — tief im Westen, mitten im Sonnenuntergang. Warum diese Finsternis so ungewöhnlich ist, wo sie total wird und was die Daten für Deutschland sagen.

Am Abend des 12. August 2026 passiert etwas, das es in dieser Form über Mitteleuropa seit Jahrzehnten nicht gab: eine große Sonnenfinsternis, die nicht am Mittagshimmel stattfindet, sondern im Sonnenuntergang.

Die Zahlen für Deutschland

Unsere Berechnung mit Astronomy Engine (VSOP87/NOVAS) ergibt für die geografische Mitte Deutschlands:

  • Beginn der partiellen Phase: gegen 19:19 Uhr MESZ
  • Maximum: gegen 20:12 Uhr — rund 87 % der Sonnenscheibe bedeckt
  • Die Sonne steht zum Maximum nur noch etwa 4° über dem Horizont
  • Sonnenuntergang: gegen 20:45 Uhr — die Finsternis läuft beim Untergang noch

Das Ende der Finsternis (21:03 Uhr) findet für ganz Deutschland bereits unter dem Horizont statt. Mit anderen Worten: Die Sonne geht teilverfinstert unter. Wer das sehen will, braucht zwingend einen völlig freien Blick nach Westnordwest — jede Häuserzeile, jeder Hügel am Horizont beendet das Ereignis vorzeitig.

Wo die Finsternis total wird

Der Kernschatten des Mondes zieht an diesem Abend über Grönland, Island und den Nordatlantik und erreicht am frühen Abend Nordspanien. Dort — etwa zwischen A Coruña, Zaragoza und den Balearen — wird die Sonne für bis zu ~1 Minute 40 Sekunden vollständig bedeckt, ebenfalls sehr tief am Himmel. Es ist die erste totale Sonnenfinsternis auf dem europäischen Festland seit 1999.

Sicherheit — ohne Ausnahme

87 % Bedeckung klingen nach Dämmerung, sind es aber nicht: Die verbleibenden 13 % der Sonne sind immer noch gleißend hell. Für jeden Blick zur Sonne gilt deshalb bis zum Untergang: nur mit zertifizierter Finsternisbrille (ISO 12312-2). Rußgeschwärzte Gläser, Sonnenbrillen, Rettungsdecken oder CDs sind keine Filter — sie lassen unsichtbares Infrarot durch, das die Netzhaut verbrennt, ohne dass es weh tut.

Faustregel: Brille auf, solange auch nur ein Stück der echten Sonnenscheibe zu sehen ist. Fotografieren nur mit Objektiv-Sonnenfilter — die Brille vor dem Smartphone reicht für kurze Schnappschüsse, nicht für Teleobjektive.

Warum dieser Abend besonders ist

Eine tief stehende, fast maximale Finsternis erzeugt eine Lichtstimmung, die es sonst nicht gibt: Das ohnehin warme Abendlicht wird zusätzlich gedämpft, Schatten werden seltsam scharf, die Landschaft kippt in ein metallisches Grau-Orange. Genau diese Kombination — Finsternis plus Horizontnähe — macht den 12. August fotografisch interessanter als manche hoch stehende Finsternis mit größerer Bedeckung.

Alle Detailzeiten für deinen Standort, den Verlauf und die Erinnerung als Kalender-Eintrag findest du auf unserer Ereignisseite zur Finsternis.